Turnverein Ehrenbreitstein 1892 e.V.
Turnverein Ehrenbreitstein 1892 e.V.

Aus der Geschichte des Turnverein Ehrenbreitstein 1892 e.V.

Der Turnverein Ehrenbreitstein wurde im Jahre 1892 von einer Gruppe junger Leute gegründet, die von der Idee begeistert waren, Sport zu treiben. Der Verein fand rasch Beachtung und neue Mitglieder traten ein. Im Sommer fand der Turnbetrieb zuerst im Mühlental, später auf dem ehemaligen Train-Exerzierplatz statt. Das Wintertraining wurde in den ersten Jahren wechselnd in den Nebenräumen von Ehrenbreitsteiner Gastwirtschaften durchgeführt.

 

Schon im Jahre 1895 wurde der Turnverein Ehrenbreitstein mit der Durchführung des Gauturnfestes beauftragt. Der damals ausgeführte Sport hatte mit dem Sport der heutigen Zeit recht wenig Ähnlichkeit. Er bestand aus Springen, Werfen, Ringen und Freiübungen mit eisernen Stäben. Nachdem ein Reck, Pferd und Barren zur Verfügung standen, die von Vereinsmitgliedern in handwerklicher Arbeit hergestellt worden waren, kam das Gerätturnen hinzu.

 

Im Jahre 1902 wurde dem Turnverein von der Stadt ein großer Turnplatz am Kolonnenweg zur Verfügung gestellt, den sich die Turner für ihre Zwecke herrichteten. Der Platz wurde jedoch 1910 von der Stadt verkauft und damit dem Turnverein die Übungsstätte genommen. In diesem Jahr hatte der Verein ein kleines Kapital angespart, das den Grundstock für eine eigene halle bilden sollte. Dieser Gedanke konnte jahrzehnteland nicht verwirklicht werden.

 

Im Jahre 1912 wurde eine Schülerriege die „Zöglinge“ aufgestellt, für die damalige

Zeit etwas ganz Neues. Es herrschten strenge Sitten, denen sich die Turner und Zöglinge gerne unterwarfen. Sie waren verpflichtet, zu den Turnstunden regelmäßig zu erscheinen. Das Fehlen wurde mit einer Geldstrafe belegt.

 

Im ersten Weltkrieg kam der Turnbetrieb zum Erliegen und fing nach dessen Ende nur langsam wieder an. Geturnt wurde im Sommer auf dem Schulhof, im Winter in den verschiedensten Gaststätten. Im Jahre 1921 konnte dann in der Schützenhalle im Mühlental geturnt werden. In dieser Zeit wurden eine Mädchenriege und eine Handballabteilung gegründet. Eine Schwimmabteilung, die abends in der Ehrenbreitsteiner Badeanstalt im Rhein übte, fand auch sehr guten Zuspruch.

 

1922 war der Turnverein wieder ohne Bleibe, durfte in Koblenz und Pfaffendorf mitturnen und erhielt dann 1923 die ehemalige Pumpstation zugewiesen, die die Mitglieder selbst zur Turnstätte ausbauten. Die Halle war sehr klein, trotzdem bekam der Verein neuen Auftrieb, und auch die anfangs nicht so recht zum Zuge gekommene Handballabteilung spielte nun regelmäßig mit guten Erfolgen. Begeisterte Wassersportler fanden sich 1929 zu einer Faltbootabteilung zusammen und zogen mit 14 Booten zum Wasserwandern und Zelten aus. Nach nie erlahmenden Bemühungen um eine bessere Sportstätte bekam der Turnverein den Pferdestatt beim Dikasterialgebäude, der sich in einem kläglichen Zustand befand. Wieder waren es die Turner selbst, die in unermüdlichem Einsatz den Raum umbauten, um daraus eine Sportstätte zu machen. Bei der Rückkehr von solchen Veranstaltungen wurden in Ehrenbreitstein die Flaggen gehisst und die siegreichen Turner am Bahnhof oder am Schiffchen von der Bürgerschaft empfangen und zur Siegesfeier begleitet.

 

Auch das gesellige Leben des Vereins war recht vielfältig. Es wurden Weihnachtsfeiern und Maskenbälle veranstaltet und Theaterstücke aufgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg, als zunächst das Turnen von der Militärregierung untersagt war, musste der Turnverein sich mit dem Ehrenbreitsteiner Fußballverein zusammenschließen. Als die einschränkenden Bestimmungen aufgehoben wurden, konstituierte sich 1950 der Turnverein neu. Durch das Entgegenkommen des Kapuzinerordens konnte der Turnbetrieb dort in einer notdürftigen Unterkunft durchgeführt werden Als diese dem Verein 195 gekündigt wurde, beschloss der Vorstand den Bau einer eigenen Halle.

 

Ein geeignetes Gelände fand sich am Eingang des Blindtales. Das Vorhaben wurde von den Behörden unterstützt, Spenden und Darlehen der Mitglieder ergänzten die Mittel. Schon am 11. Januar 1956 wurde das Richtfest gefeiert. Durch die eifrigen Eigenleistungen der Mitglieder konnte die noch nicht vollendete Turnhalle schon im Oktober 1956 für einen provisorischen Turnbetrieb benutzt werden. Am 31. Mai 1958 wurde der Hallenneubau eingeweiht und regelmäßige Turnstunden aufgenommen.

 

Der Turnbetrieb war sehr rege und die Mitgliederzahlen stiegen. In den ersten jahren in der neuen Halle lag das Schwergewicht noch auf dem Turnen, Kinder-, Jugend- und Männerriegen nahmen an turnerischen Wettkämpfen teil. Inzwischen gibt es bei uns keine Turnabteilung mehr, an ihre Stelle sind das Prellball- und Volleyballspiel und Tischtennis getreten. In diesen Sportarten haben die Vereinsmannschaften den Verein bei Meisterschaften und bei Rundenspielen erfolgreich vertreten. Daneben besteht das sportliche Angebot des Vereins in Rhythmischer Gymnastik und Frauengymnastik sowie Kegeln.

 

Für die im Jahre 1958 fertiggestellte Turnhalle war nach 30 Jahren eine vollständige Renovierung erforderlich. Vieles war verbraucht und veraltet, vieles damals zu bescheiden ausgeführt worden. Die ursprünglich vorhandene Bühne war schon abgerissen worden, nachdem der Ballspielsport in den Vordergrund getreten war. Gleichzeitig wurde damals ein neuer Fußboden verlegt. Der Halle fehlen von Anfang an Geräteräume und ausreichende Waschgelegenheiten.

 

Schon im Jahr 1970 wurde eine Bauanfrage gestellt, die aber nicht weiter verfolgt werden konnte, da für das Blindtal Straßenbaumaßnahen geplant waren. Erst im Jahre 1985 wurde der Bereich um die Halle aus dem Sanierungsgebiet gestrichen.

 

Damit war endlich der Weg frei, mit der Planung großzügiger An- und Umbauten zu beginnen. Mit dem Rohbau wurde unmittelbar nach Eingang der Baugenehmigung begonnen. Neue Geräte- und Sanitärräume wurden abgebaut, die Heizung und die Lichtanlagen vollständig erneuert. Der Umbau wurde mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Koblenz und das Land Rheinland-Pfalz möglich. Die Vereinsmitglieder beteiligten sich mit Spenden und mit großem Einsatz in Form von Eigenarbeit an der Erweiterung der Sportanlage.

 

Seit 1981 und damit seit über 30 Jahren ist Reginald Sottong 1. Vorsitzender des Turnvereins Ehrenbreitstein.

 

Der einerseits so wertvolle Besitz einer eigenen Turnhalle, in der wir unsere Übungsstunden beliebig einteilen können, bereitet andererseits dem Verein nicht geringe finanzielle Sorgen. Licht, Heizung, die Reinigung, die bauliche Pflege, alles das muss zum großen Teil aus den Mitgliedsbeiträgen bestritten werden.

 

Es bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung für den Sport, die in den einzelnen Abteilungen zu spüren ist, zum weiteren Nutzen des Vereins und damit zum Wohle seiner Mitglieder auch in der Zukunft erhalten bleibt. Im Lauf der 120 Jahre, die unser Turnverein jetzt besteht, hat sich vieles gewandelt, in der Welt, in der Umwelt, auf fast allen Gebieten. Gewandelt hat sich auch unser Verein, vom reinen Männerturnen zum Verein für Kinder- und Frauenturnen, dann zum Ballspiel- und Gymnastikverein.

 

Aktuell werden folgende Sportarten angeboten: gemischte Gymnastik und Damen-, Rücken-, Tanz- und Seniorengymnastik, Badminton, Kinderturnen, Pilates, Volleyball und Tischtennis.

 

Der Turnverein Ehrenbreitstein 1892 e.V. wird sich sicher auch in der Zukunft wandeln. Aber solange er von Idealisten geleitet wird und sich begeisterte Sportfreunde finden, wird er gewiss noch lange weiterbestehen.

 

Stand: September 2012



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